Häufige Fragen (FAQ)

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Arten von Erdgas: L- und H-Gas. Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Energiegehalt. Die Bezeichnung „L“ steht dabei für „low“ (niedrig) und „H“ steht für „high“ (hoch). Der Brennwert von H-Gas ist höher als der von L-Gas (rund 11,5 kWh/m³ zu 10 kWh/m³). L-Gas wird in den Niederlanden und in Deutschland gefördert, H-Gas z. B. in Russland und Norwegen.

Die Erdgasversorgung in Deutschland erfolgt entweder mit L- oder mit H-Gas. Das Netzgebiet der BIGGE ENERGIE wird bisher mit L-Gas versorgt. Die L-Gas-Versorgung wurde bislang hauptsächlich durch Importe aus den Niederlanden sichergestellt. Diese Quellen stehen aber in Zukunft nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Daher ist eine Umstellung auf H-Gas erforderlich. Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Gasarten L- und H-Gas ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen an die Gasgeräte in Haushalten und Industrieanlagen. Diese müssen auf die jeweilige Erdgasqualität eingestellt werden.

Das Netzgebiet der BIGGE ENERGIE ist in verschiedene Anpassungsgebiete unterteilt. In unserem ersten Anpassungsgebiet Olpe beginnen wir im 1. Quartal 2021 mit den Erhebungsmaßnahmen, gefolgt von der Erhebung in Attendorn im 3. Quartal 2021. Die Anpassung wird dann ab April 2022 bzw. Juni 2022 erfolgen.  Die endgültige Umstellung auf H-Gas erfolgt in Olpe am 31.05.2022 und in Attendorn am 26.07.2022.

Mit L-Gas aus den Niederlanden werden heute ca. 23 % aller deutschen Haushalte und der regionalen Industrie versorgt. Alle diese Haushalte und Industriebetriebe sind von der Umstellung betroffen. Insgesamt sind in der Zeit bis 2030 ca. 5,5 Mio. Gasgeräte anzupassen. Die Umstellung wird nicht für alle Netzgebiete gleichzeitig, sondern nach einem von den Ferngasleitungsnetzbetreibern vereinbarten Plan schrittweise umgesetzt. L-Gas-Versorgungsgebiete befinden sich schwerpunktmäßig in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und der Region Mittelhessen sowie in Teilen Sachsen-Anhalts.

Die große Mehrheit aller Gasgeräte ist aus technischen Gründen für die jeweilige Gasart, die sie bezieht, eingestellt. Nur so ist ein sicherer und effizienter Betrieb gewährleistet. Bei einer Änderung der bezogenen Gasart muss entsprechend auch das Gerät angepasst werden. Ansonsten kann es zu einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers kommen.

Es gibt auch Geräte, die für den Betrieb mit L- und H-Gas geeignet sind - etwa adaptive Gasthermen, die sich selbstständig anpassen. Diese stellen jedoch eine Ausnahme dar. Sollte sich im Haushalt ein solches Gerät befinden, so wird das beauftragte Fachunternehmen dies bei der notwendigen Erhebung feststellen und uns entsprechend informieren.

In den allermeisten Fällen ist eine Anpassung der Geräte durchführbar. Diese Beurteilung nehmen die beauftragten Fachfirmen auf der Basis der relevanten technischen Regeln vor. In Fällen, in denen eine Anpassung nicht möglich ist, wird gesondert informiert und das weitere Vorgehen mit dem Kunden abgestimmt. Grundsätzlich kommt dies etwa bei sehr alten Gasgeräten vor.

Im Nachgang der durchgeführten Erhebung erhält der Kunde eine Mitteilung über seine Geräte. Einen eventuellen Geräteaustausch nimmt der Anlagenbetreiber selbst vor.

Soweit das Gerät anpassungsfähig ist, entstehen keine unmittelbaren Kosten. Die Kosten für Erhebung, Anpassung sowie alle weiteren Maßnahmen werden durch den Netzbetreiber getragen und auf alle Netze innerhalb des jeweiligen Marktgebiets umgelegt. Sie sind somit in den Netzentgelten enthalten.

Der lokale Netzbetreiber, gegebenenfalls auch das jeweilige Stadtwerk, ist zur Organisation und zur Kostenübernahme der Umstellung verpflichtet. Die durch die Umstellung von L- auf H-Gas anfallenden Kosten werden entsprechend den Vorgaben aus § 19a EnWG bundesweit gewälzt.

Der Energiebezug wird in der Regel nicht teurer, da in kWh abgerechnet wird. Da das „neue“ Gas einen höheren Brennwert aufweist, werden mit weniger Volumen mehr kWh geliefert. Es sind also weniger m³ auf dem Gaszähler abzulesen. Die in kWh abgerechneten Verbrauchsmengen werden sich nicht signifikant ändern.

Wir kündigen alle Termine grundsätzlich vorher schriftlich an. In diesem Terminaschreiben finden Sie wichtige Hinweise, woran Sie die Monteure im Auftrag der Bigge Energie erkennen können. Lassen Sie ohne Terminankündigung keine Personen ins Haus, die angeblich im Rahmen der Erdgasumstellung tätig sind.

In der Vergangenheit ist es auch vorgekommen, dass betrügerische E-Mails zur Erdgasumstellung an Kunden verschickt wurden. In diesen E-Mails wird dazu aufgerufen, die angegebenen Links anzuklicken oder entsprechende Dokumente herunterzuladen. Bei diesen E-Mails handelt es sich um Spam. Sämtliche Informationen aus unserem Haus werden ausschließlich an Sie adressiert und mit der Post versendet.

Wir kündigen alle Termine grundsätzlich vorher schriftlich an. In diesem Terminaschreiben erhalten Sie wichtige Hinweise, woran Sie die Monteure im Auftrag der Bigge Energie erkennen können. Lassen Sie ohne Terminankündigung keine Personen ins Haus, die angeblich im Rahmen der Erdgasumstellung tätig sind.

Bei Zweifeln können Sie jederzeit unsere Servicenummer anrufen: 02761 8964444.

Den Zeitraum für Erhebung und Anpassung teilen wir Ihnen vor Beginn der Erhebung / Anpassung mit einem allgemeinen Informationsschreiben mit. Zusätzlich findet mit einem Vorlauf von einigen Tagen durch Terminanschreiben in den betroffenen Haushalten eine entsprechende Ankündigung statt.

In der Regel sind zwei Besuche durch einen von uns beauftragten Monteur erforderlich. Der erste Termin erfolgt zur Erhebung, in deren Rahmen alle im Haushalt betriebenen Gasgeräte registriert werden. Im zweiten Termin erfolgt dann die Anpassung, bei der die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet werden. In einzelnen Fällen kann eine Nachkontrolle einzelner Geräte einen weiteren Besuch erforderlich machen. Diese Qualitätskontrolle dient der Überprüfung aller durchgeführten Arbeiten.

Bei der Erhebung werden alle relevanten Eigenschaften der Gasgeräte erfasst, um die spätere Anpassung optimal planen und vorbereiten zu können. Dies dauert in der Regel 30 - 45 Minuten / Gerät.

Bei der Anpassung werden die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet. In den meisten Fällen werden eine oder mehrere Düsen im Gerät ausgetauscht und danach eine Einstellung des Brenners vorgenommen. Der Aufwand der Anpassung ist abhängig vom Gerätetyp. Die Art des Gerätes hat ebenfalls Einfluss auf die Anzahl der zu wechselnden Düsen und der einzustellenden Regelarmaturen. Dies dauert normalerweise weniger als eine Stunde / Gerät. In Abhängigkeit vom jeweiligen Gerätetyp kann es in Ausnahmefällen zu einer längeren Anpassungsdauer kommen.

Damit alle Schritte möglichst einfach umgesetzt werden können, bitten wir Sie im Vorfeld darum, alle Gasgeräte regelmäßig von Ihrem Installateur warten zu lassen. Vor den jeweiligen Erhebungs- und Anpassungsterminen bitten wir Sie außerdem, alle im Bereich der Gasgeräte befindlichen Gegenstände zu entfernen. So können die entsprechenden Arbeiten noch schneller und einfacher erfolgen. Wenn bei Ihrem Gasgerät Mängel festgestellt wurden, lassen Sie diese bitte so schnell wie möglich von Ihrem Installateur beheben. Dies dient Ihrer eigenen Sicherheit.

Wenn der von uns beauftragte Monteur Einstellungen an Ihrem Gerät vorgenommen hat, ändern Sie diese nicht. Bitte informieren Sie darüber auch Ihren Installateur und Ihren Schornsteinfeger. Sollten in seltenen Fällen nach dem Besuch eines von der BIGGE ENERGIE beauftragten Monteurs Probleme an einem Gasgerät entstehen, rufen Sie bitte unbedingt zuerst das Erdgasbüro an, damit wir den Fehler beheben können. Die Kosten eines von Ihnen beauftragten Installateurs können wir leider nicht übernehmen.

In diesem Fall wenden Sie sich bitte unverzüglich an die Servicenummer des Erdgasbüros: 02761 896 4444. Dort wird Ihnen schnellstmöglich Abhilfe geleistet.

Im Netzgebiet der BIGGE ENERGIE wird in den nächsten Jahren die Erdgasqualität von L-Gas auf H-Gas umgestellt. Damit Ihre Gasgeräte auch nach der Umstellung sicher und zuverlässig weiter betrieben werden können, müssen wir zunächst die Daten aller Gasgeräte in Ihrem Haushalt / Betrieb erheben. In einem zweiten Schritt erfolgt dann die technische Anpassung.

Ja, bitte! Zur Durchführung der Erhebung und Anpassung benötigt unser Monteur unbedingt Zutritt zu Ihrer Wohnung. Das Zutrittsrecht des Netzbetreibers bzw. seiner Beauftragten ist gesetzlich geregelt und ergibt sich aus § 19a Abs. 4 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG):

Anschlussnehmer oder -nutzer haben dem Beauftragten oder Mitarbeiter des Netzbetreibers den Zutritt zu ihrem Grundstück und zu ihren Räumen zu gestatten, soweit dies für die nach Absatz 1 durchzuführenden Handlungen erforderlich ist. […] Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 des Grundgesetzes) wird durch Satz 1 eingeschränkt.

Bei der Geräteerfassung (Erhebung) werden verschiedene Daten benötigt:

  • Angaben zu Hersteller, Gerätetyp, Baujahr, Leistung u.ä.
  • Fotos vom Typenschild sowie vom Gerät selbst (zur Belegung der Erhebungsdaten)
  • Abgasmessung in Teil- und in Volllast (zur Prüfung der Geräteeinstellungen)
  • gerne können Sie uns auch Ihre Kontaktdaten zur Verfügung stellen, damit wir Sie bei zeitkritischen Terminen (Anpassung) besser erreichen können (freiwillige Angaben)

Mit L-Gas betriebene Gasgeräte können ohne Erhebung und technische Anpassung nicht sicher mit H-Gas betrieben werden. Im schlimmsten Fall drohen Explosionsgefahr oder eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wenn wir Ihre Gasgeräte bis zum Schalttermin nicht anpassen konnten, müssen wir Ihren Gasanschluss aus Sicherheitsgründen leider sperren.