Erdgasumstellung für Installateure & Schornsteinfeger

Bisher wurden unsere Kunden zuverlässig mit Erdgas aus den Niederlanden versorgt, dem sogenannten L-Gas. Demnächst steht jedoch die flächendeckende Umstellung auf die Versorgung mit H-Gas an, so auch im Netzgebiet der BIGGE ENERGIE. Hier erhalten Sie nicht nur alle wichtigen Informationen zu Abläufen und Zuständigkeiten, sondern werden ebenfalls auf mögliche Fragen von Kunden vorbereitet.

Ablauf und Umfang der Erdgasumstellung

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass wir als örtlicher Netzbetreiber für die Umsetzung der Erdgasumstellung in Olpe und Attendorn verantwortlich sind – so sieht es das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vor. Von der Umstellung betroffen sind alle erdgasbetriebenen Geräte und Anlagen in Haushalten und Unternehmen, beispielsweise Heizungsanlagen oder Erdgasherde. 
Im ersten Schritt werden die entsprechenden Gasgeräte durch von uns beauftragte externe Dienstleistungsunternehmen zunächst erfasst. In einem zweiten Schritt werden diese dann technisch angepasst, damit sie nach der Umstellung auf H-Gas sicher weiter betrieben werden können. Zwischen Erhebung und Anpassung kann ein Zeitraum von bis zu einem Jahr liegen. 
Im Netzgebiet der BIGGE ENERGIE rechnen wir mit ca. 14.000 Gasgeräten insgesamt.

Zeitraum

Das Netzgebiet der BIGGE ENERGIE ist in verschiedene Anpassungsgebiete unterteilt. In unserem ersten Anpassungsgebiet Olpe beginnen wir im 1. Quartal 2021 mit den Erhebungsmaßnahmen, gefolgt von der Erhebung in Attendorn im 3. Quartal 2021. Die Anpassung wird dann ab April 2022 bzw. Juni 2022 stattfinden. Die endgültige Umstellung auf H-Gas erfolgt in Olpe am 31.05.2022 und in Attendorn am 26.07.2022.

Kosten

Erhebung und Anpassung der vorhandenen Geräte sind für den Endkunden komplett kostenlos (ausgenommen sind Reparaturen, Wartung und gegebenenfalls ein Geräteaustausch). Die Gesamtkosten werden über die Netzentgelte bundesweit auf alle Gaskunden verteilt. 

Wenn der Endkunde sein altes Gasgerät durch ein Neugerät ersetzen lässt, das nicht mehr angepasst werden muss, hat er unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Erstattung in Höhe von 100 € pro Gasgerät. Zusätzliche Kostenerstattungsmöglichkeiten von bis zu 500 € hat er, wenn er ein Heizgerät austauscht.

Weitere Informationen dazu erhalten Sie unter Kostenerstattungen.

Bedingungen für die von uns beauftragten Monteure

Am Ende eines jeden Besuches wird eine Abgasmessung in Klein- und Großlast durchgeführt (nicht im Schornsteinfegermodus). Bei einer Überschreitung von 1.000 ppm CO im Abgas wird eine zweite Referenzmessung mit einer Mehrlochsonde durchgeführt. Wenn diese ebenfalls über 1.000 ppm liegt, wird das Gerät gesperrt. Eine Wiederinbetriebnahme erfolgt nur durch einen vom Kunden selbst beauftragten Vertragsinstallateur nach Behebung der Fehlerquellen.

Ihre Aussichten als Vertragsinstallateur

Als informierter Berater schenken Sie Ihren Kunden nicht nur Vertrauen, sondern erhalten auch für sich selbst die Möglichkeit, Mängel an Kundenanlagen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu beheben. Wenn Sie Ihre Kunden über die Notwendigkeit einer Gerätemodernisierung, den möglichen Austausch von Anlagen sowie die Erstattung sämtlicher Kosten informieren, positionieren Sie sich gleichfalls als Fachmann, dem man auch in Zukunft vertraut. Eine partnerschaftliche Unterstützung durch die BIGGE ENERGIE GmbH und Co. KG ist Ihnen in jedem Fall sicher. Bitte melden Sie sich bei uns, wenn Sie nach der Erhebung ein Gasgerät ausgetauscht haben. Vielen Dank!

FAQ

Seien Sie vorbereitet, wenn Ihnen Kunden womöglich folgende Fragen stellen:

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Arten von Erdgas: L- und H-Gas. Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Energiegehalt. Die Bezeichnung „L“ steht dabei für „low“ (niedrig) und „H“ steht für „high“ (hoch). Der Brennwert von H-Gas ist höher als der von L-Gas (rund 11,5 kWh/m³ zu 10 kWh/m³). L-Gas wird in den Niederlanden und in Deutschland gefördert, H-Gas z. B. in Russland und Norwegen.

Die Erdgasversorgung in Deutschland erfolgt entweder mit L- oder mit H-Gas. Das Netzgebiet der BIGGE ENERGIE wird bisher mit L-Gas versorgt. Die L-Gas-Versorgung wurde bislang hauptsächlich durch Importe aus den Niederlanden sichergestellt. Diese Quellen stehen aber in Zukunft nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Daher ist eine Umstellung auf H-Gas erforderlich. Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Gasarten L- und H-Gas ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen an die Gasgeräte in Haushalten und Industrieanlagen. Diese müssen auf die jeweilige Erdgasqualität eingestellt werden.

Mit L-Gas aus den Niederlanden werden heute ca. 23 % aller deutschen Haushalte und der regionalen Industrie versorgt. Alle diese Haushalte und Industriebetriebe sind von der Umstellung betroffen. Insgesamt sind in der Zeit bis 2030 ca. 5,5 Mio. Gasgeräte anzupassen. Die Umstellung wird nicht für alle Netzgebiete gleichzeitig, sondern nach einem von den Ferngasleitungsnetzbetreibern vereinbarten Plan schrittweise umgesetzt. L-Gas-Versorgungsgebiete befinden sich schwerpunktmäßig in den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und der Region Mittelhessen sowie in Teilen Sachsen-Anhalts.

Die große Mehrheit aller Gasgeräte ist aus technischen Gründen für die jeweilige Gasart, die sie bezieht, eingestellt. Nur so ist ein sicherer und effizienter Betrieb gewährleistet. Bei einer Änderung der bezogenen Gasart muss entsprechend auch das Gerät angepasst werden. Ansonsten kann es zu einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers kommen.

Es gibt auch Geräte, die für den Betrieb mit L- und H-Gas geeignet sind - etwa adaptive Gasthermen, die sich selbstständig anpassen. Diese stellen jedoch eine Ausnahme dar. Sollte sich im Haushalt ein solches Gerät befinden, so wird das beauftragte Fachunternehmen dies bei der notwendigen Erhebung feststellen und uns entsprechend informieren.

In den allermeisten Fällen ist eine Anpassung der Geräte durchführbar. Diese Beurteilung nehmen die beauftragten Fachfirmen auf der Basis der relevanten technischen Regeln vor. In Fällen, in denen eine Anpassung nicht möglich ist, wird gesondert informiert und das weitere Vorgehen mit dem Kunden abgestimmt. Grundsätzlich kommt dies etwa bei sehr alten Gasgeräten vor.

Im Nachgang der durchgeführten Erhebung erhält der Kunde eine Mitteilung über seine Geräte. Einen eventuellen Geräteaustausch nimmt der Anlagenbetreiber selbst vor.

Soweit das Gerät anpassungsfähig ist, entstehen keine unmittelbaren Kosten. Die Kosten für Erhebung, Anpassung sowie alle weiteren Maßnahmen werden durch den Netzbetreiber getragen und auf alle Netze innerhalb des jeweiligen Marktgebiets umgelegt. Sie sind somit in den Netzentgelten enthalten.

Der lokale Netzbetreiber, gegebenenfalls auch das jeweilige Stadtwerk, ist zur Organisation und zur Kostenübernahme der Umstellung verpflichtet. Die durch die Umstellung von L- auf H-Gas anfallenden Kosten werden entsprechend den Vorgaben aus § 19a EnWG bundesweit gewälzt.

Der Energiebezug wird in der Regel nicht teurer, da in kWh abgerechnet wird. Da das „neue“ Gas einen höheren Brennwert aufweist, werden mit weniger Volumen mehr kWh geliefert. Es sind also weniger m³ auf dem Gaszähler abzulesen. Die in kWh abgerechneten Verbrauchsmengen werden sich nicht signifikant ändern.

Bei der Erhebung werden alle relevanten Eigenschaften der Gasgeräte erfasst, um die spätere Anpassung optimal planen und vorbereiten zu können. Dies dauert in der Regel 30 - 45 Minuten / Gerät.

Bei der Anpassung werden die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet. In den meisten Fällen werden eine oder mehrere Düsen im Gerät ausgetauscht und danach eine Einstellung des Brenners vorgenommen. Der Aufwand der Anpassung ist abhängig vom Gerätetyp. Die Art des Gerätes hat ebenfalls Einfluss auf die Anzahl der zu wechselnden Düsen und der einzustellenden Regelarmaturen. Dies dauert normalerweise weniger als eine Stunde / Gerät. In Abhängigkeit vom jeweiligen Gerätetyp kann es in Ausnahmefällen zu einer längeren Anpassungsdauer kommen.

Damit alle Schritte problemlos umgesetzt werden können, bitten wir Sie darum, alle Gasgeräte im Vorfeld möglichst regelmäßig zu warten. Beheben Sie auch festgestellte Mängel an Kundenanlagen so schnell wie möglich. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie nach der Erhebung ein Gasgerät ausgetauscht haben (erkennbar an entsprechenden Aufklebern am Gerät). Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Wenn der von uns beauftragte Monteur Einstellungen am Gerät vorgenommen hat, ändern Sie diese bitte nicht. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie nach der Erhebung ein Gasgerät ausgetauscht haben (erkennbar an entsprechenden Aufklebern am Gerät). Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Sollten in seltenen Fällen nach dem Besuch eines von der BIGGE ENERGIE beauftragten Monteurs Probleme an einem Gasgerät entstehen, weisen Sie Ihre Kunden bitte darauf hin, dass zunächst das Erdgasbüro kontaktiert werden muss. Servicenummer des Erdgasbüros: 02761 896 4444. Die Kosten eines vom Kunden selbst beauftragten Installateurs können wir leider nicht übernehmen.

Bei der Geräteerfassung (Erhebung) werden verschiedene Daten benötigt:

  • Angaben zu Hersteller, Gerätetyp, Baujahr, Leistung u.ä.

  • Fotos vom Typenschild sowie vom Gerät selbst (zur Belegung der Erhebungsdaten)

  • Abgasmessung in Teil- und in Volllast (zur Prüfung der Geräteeinstellungen)